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Sacht umfasst Sie meinen Hals. Gänsehaut jagt meinen Rücken herunter und ich spüre ihren süßen Atem in meinem Mund – ganz warm. Unsere Zungen sind umschlungen und wollen sich nicht mehr voneinander trennen. Langsam öffnet Sie ihre Augen. Ihr Blick trifft mich und ich kann sie kaum erkennen. Nur zu gerne würde ich sie jetzt richtig lieben. Doch da ist noch ein Zögern in ihr. Ich lasse sie von mir gleiten und wir finden uns in einer kalten Ecke der Tiefgarage wieder. Bevor ich meine Frage laut stellen kann, zieht sie mich schon zum nächsten Notausgang. Flackerndes Licht in den Augen.

Ich folge weiterhin ihrer Hand, die mich bestimmt zieht, wäre sie doch nur ein Mittel mich zu erleichtern. Ein kurzer Blick nach oben und ich widere mich, des letzten Gedankens wegen, ein wenig selbst an. Schon haben wir das Treppenhaus verlassen und mein Blick fällt zum ersten Mal auf ihre Schuhe. Bevor ich sie mir näher ansehen kann, drücke ich mich fest an Sie. Erneut umschlingen wir uns und ich versinke wieder. Das nächste, woran ich mich erinnern kann, ist der Aufgang zu meiner Wohnung. Es müssen 20 Minuten gewesen sein. Habe ich geschlafen?

An so etwas wie Alkohol kann ich mich nicht entsinnen. Wohl aber an ihren warmen Atem, der sich um mich schloss und an die bald vergessene Verärgerung über ihr plötzliches Innehalten. Für Aufregung ist jetzt keine Zeit. Endlich habe ich sie erblickt – ihre roten High-Heels. Sie steht auf der letzten Stufe, ich aber weiter unten. Etwas Verschwommenes spiegelt sich in den glänzenden Schuhen. Ich trete näher und Sie fragt mich, ob sie mir gefallen. Dabei legt sie ihren Zeigefinger sacht auf meinen Mund und spitzt den ihren. Fast wie ein Kuss wirkt es. Mein Hoffnung ist, dass Sie nicht auf zu lange Absätze steht.

Das Klackern dringt nun immer mehr an mein Ohr und meine Ungeduld wächst. Sie sagt, dass sie das bemerkt habe. Im Wohnzimmer angekommen, biete ich ihr einen Platz an. Sie winkt ab und sieht mich unerwartet bestimmend an. Ehe ich Gefallen finden kann, stößt sie mich auf das Sofa. Ihr Fuss mit dem einen roten High Heel schnellt hervor und bohrt sich meine Jeans. Zusammenzuckend drücke ich mich mit beiden Händen ab. Doch sie lässt nicht locker und streift immer wieder über mich. Langsam sinke ich zusammen. Lasse mir das Spiel gefallen.

Ihr Mund öffnet und schließt sich, die Zunge schnalzend. Meiner formt derweil ein O. Ihre Schuhe glänzen jetzt noch mehr. Ich traue mich, nein, ich muss es wagen, Sie zu berühren. Sie lässt mich und genießt es, die Lippen fast schon hämisch gespitzt. Meine Hände umfassen Sie, streichen Haut und Heel. Auch mein Mund kann nicht an sich halten und bedeckt ihre warme, weiche Haut wieder und wieder mit Küssen. Dabei schaue ich hoch zu ihr, den bestätigenden Blick zu gewinnen. Nur noch ein weiterer wird genügen und wir werden uns lieben.