Rolf van Melis | pixelio.de

Es ist unendlich heiß. Schweißperlen rinnen an meiner Stirn hinab. Bis zum Rücken schaffen sie’s und ich fühle mich schmutzig. Die Zeiger auf der Uhr scheinen stillzustehen und sie ist immer noch nicht zu Hause. Frauen. Selbst der Ventilator verschafft keine Abhilfe und wenn, dann bringt er nur meine Brustwarzen zu mehr Aktion als ich es für mich möglich gehalten habe. Was soll’s. Dann eben ein 15- minütiges Workout.

Als würde man nicht schon genug schwitzen. Langsam das T-Shirt abstreifend, denke ich erst gar nicht an ein passendes Trainingsoutfit. Fromme Leute sprechen doch immer vom ’so wie Gott dich schuf‘. Auf geht’s! Das der Boden kälter ist, merke ich schnell. Doch das stört mich nicht. Auf und ab geht es. Schön den Rhythmus haltend und jetzt ja nicht an’s Aufgeben denken. Nur noch dieser eine Satz, diese letzte Wiederholung – die Luft um mich scheint immer angenehmer zu werden.

Kein Schweiß mehr – nur noch dieses Verlangen, dass Ziel zu erreichen. Ja, ja, gleich geschafft. Eine letzte Bewegung noch senkrecht in der Horizontalen. Ich will schon fast nicht mehr, aber ich kann jetzt auch nicht aufhören. Alles brennt und dann ist es auf einmal zu Ende. Zittrig und ausgelutscht stehe ich auf und atme tief durch. Ein Geräusch und das Krachen der Haustür reißen mich aus der Leere. „Ich hoffe, du hast dich für mich warm gemacht!“, schallt es aus dem Flur. Insgeheim hoffe ich dann verschmitzt grinsend, dass wenigstens die Dusche mir etwas Abkühlung in dieser Sommernacht verschaffen wird.

Ein Blick und kein Wort. Die Richtung ist klar und dann spüre ich nur noch Wärme. Ich drücke sie an mich, spüre ihre Brust auf meiner und sie deutlich meine Erregung. Wieder muss ich tief durchatmen, aber nicht vor Erschöpfung. Sie flüstert mir etwas in’s Ohr, doch ich höre es schon nicht mehr. Ich drehe sie von mir weg, nur nicht so weit, dass ich sie nicht erreichen kann. Ihre Hände gegen die nackten Fliesen drückend, setze ich meine Übung fort. Immer schön gleichmäßig und bestimmend.

Jetzt muss auch sie tief durchatmen und das nicht nur einmal. Ob nun Wasser oder Schweiß fließt interessiert uns nicht mehr. Nur noch ein bisschen und dann ist es geschafft. Eine letzte Wiederholung, ein letzter Vorstoß. Und es fließt und fließt. Langsam weiche ich zurück und ihr Kuss trägt mich aus der nassen Duschkabine heraus. „Was hältst du eigentlich davon, wenn ich am Wochenende einen netten Arbeitskollegen mitbringe?!“, trifft mich fragend ihr Blick.