Füllen wir dieses, das nun doch etwas der Dürre, zum Opfer gefallene Blog mit etwas Leben. Wir? Ja, ihr könnt den Part des Kommentierens übernehmen und ich belasse es beim Schreiben. Die folgende Thematik hat mich, wenn ich schon etwas übertreibe, eigentlich meine gesamte Jugend bis heute begleitet und erst jetzt im Rückblick ergeben sich für mich gewisse Schlussfolgerungen. Aber erst einmal von Anfang an:
Was ist eigentlich Sex?

„Der Dübel wird ins Loch geschlagen!“, mechanisch und plump ausgesprochen. „Das Bienchen fliegt zum Blümchen!“, poetischer und feinfühlig geschrieben. Liegt in diesen Aussagen nun die Wahrheit? Wohl kaum und doch ein lautes Ja aus dem Hinterkopf. Leider entbehrt die Logik der Sprache ziemlich oft der Vernunft des Verstandes und daher rühren diese feinen Unterschiede in den Ausdrucksweisen für Sex. Mehr solcher Beispiele lassen sich bestimmt finden. Wie wir es auch auszudrücken versuchen, es wird uns wohl nicht gelingen „Sex“ in die Worte zu fassen, die es vollständig beschreiben. Und das ist auch gut so! Ohnehin weiß wohl jeder selbst am besten, was Sex für ihn ist bzw. bedeutet.

Zum Glück gibt es da noch den freien Willen und unsere Erfahrungen, die einen maßgeblichen Einfluss darauf haben, wie wir Sex haben und ihn wahrnehmen. Schnippische Zeitgenossen könnten jetzt natürlich gegen den freien Willen in puncto Sex argumentieren. Immerhin sind wir in dieser Beziehung ja ziemlich triebgesteuert durch die evolutionäre Geißel der Fortpflanzung. Dagegen ist auch so weiter nichts auszusetzen. Dennoch sind die meisten von uns wohl doch in der Lage ihre Partnerwahl bewusst zu beeinflussen, oder nicht? Oh nein, schon wieder ins evolutionäre Fettnäpfchen getreten. Hierbei belasse ich es auch erst einmal, sonst rutsche ich wohl noch bedenklich aus. Sex um des Sex Willen, das ist doch die Frage!?

Wenn ich so zurückblicke, war Sex in meiner Jugend ziemlich platonisch und schon fast einem unerreichbarem Ideal gleich. Im wahrsten Sinne des Wortes hat man sich noch viel im Kopf ausgemalt, den ein oder anderen feuchten Traum gehabt oder sich einfach in eine erotische Tagphantasie geflüchtet. Vielleicht kann man das als „Trockenübung für den Ernstfall“ ansehen oder eben nur als ganz normale Gedanken eines Jugendlichen in Sachen Sex. Ohnehin finde ich es äußerst interessant, wie auf einmal, fast schon über Nacht, der Sprung von der Kindheit in die Jugend erfolgt ist. Erst dann konnten sich solche Gedankengänge mit der Zeit entwickeln und das sexuelle Interesse am anderen Geschlecht reifen. Mit der ersten festen Freundin und damit auch den ersten einschlägigen sexuellen Erfahrungen änderte sich meine Wahrnehmung dann noch einmal.

Ich möchte nicht sagen grundlegend, aber in so fern, dass sich meine anfänglichen nebulösen Idealvorstellungen auflösten und daraus einfach eine „Sache wurde, die wohl jeder tut“. Ohne sich groß darüber Gedanken zu machen? Nicht ganz. Immerhin ist der Mensch i. A. darin bestrebt, sich zu (ver-)bessern und an seinen Erfahrungen zu reifen. Damit wachsen natürlich auch wieder die Ansprüche an Sex und die Erkenntnisse, dass es wohl jeder irgendwie anders tut, sowie seine ganz persönlichen Vorstellungen davon hat. Kompliziert. In der Tat und das ist auch das Schöne daran.

Da fällt mir zum Abschluss ein Spruch von Professor Harald Lesch ein, auch wenn es den Rahmen etwas sprengt: Wer all seine Ziele erreicht hat, hat sie sich als zu niedrig erwählt. Beim nächsten Mal also daran denken: Der Weg ist das Ziel 😉 !

 

[Ein Stellungswechsel macht nicht zwangsläufig einen Meister.]

Fernbeziehungs-Alltag