Tödlicher Orgasmus?
geschrieben in Kurioses, Science
am Jul.09, 2010 um 17:49 Uhr
Als mir der Link heute Mittag zugeschickt wurde, musste ich zunächst etwas ungläubig schmunzeln. Hatte man von solchen Fällen doch eher aus höheren Alterssektionen gehört, von denen man sich selbst noch weit entfernt sieht. Aber weit gefehlt! Es könnte jeden von uns treffen – theoretisch. Das geschieht natürlich nur unter gewissen Umständen und äußert sich tragisch in folgendem Vorfall.
Der traurige (Zu)Fall ereignete sich Ende letzten Jahres in Cirencester, Großbritannien, etwa 50 km westlich von Oxford gelegen. Das Kindermädchen Nichola Paginton wurde hüftabwärts nackt in ihrem Bett zu Hause von einer besorgten Nachbarin aufgefunden, die sie durch das Schlafzimmerfenster entdeckte. Die Beamten fanden die junge 30-jährige Frau anschließend tot auf dem Bett liegend mit ihrem Laptop im Schoß, der noch die vermeintliche Todesursache anzeigte. Neben ihr wurde ebenfalls ein Vibrator gefunden.
Pathologen führten die plötzlich einsetzenden Herzrhythmusstörungen mit folgendem Herztod auf die gesteigerte sexuelle Erregung zurück, welche die Nanny beim Liebesspiel mit sich selbst erlitt. Im Dunkeln bleibt für mich allerdings, ob bei ihr nicht schon zuvor Arrythmien bestanden haben oder nicht. Herzrhythmusstörungen können angeboren sein oder erworben werden (z. B. durch Herzinfarkt oder -krankheit). Ein Einzelfall ist das keinesfalls und gibt gerade auch deshalb Anlass, sich doch eventuell untersuchen zu lassen, unabhängig davon wie alt man ist oder wie fit man sich fühlt.
Männer höheren Alters sind dabei generell anfälliger als Frauen (um Faktor 12 geringer). Das Johann Wolfgang Goethe Insitut in Frankfurt a. M. stellte dazu aus einer Autopsiedatenreihe von einem Zeitraum über 20 Jahren fest, dass circa 0,2 % der Todesfälle durch sexuelle Aktivität begründet sind. 37 Männer starben demnach durch einen Herzinfarkt. Aufgrund der Anstrengungen beim Liebesakt erhöht sich zudem die Gefahr eines Schlaganfalles.



























Juli 10th, 2010 um 06:32
Traurig für die Hinterbliebenen, aber kann man sich eine schönere Art zu Sterben vorstellen?
Es ist nicht die Angst vor dem Tod, es ist die Angst vor dem Sterben … (so, oder so ähnlich hat es Andre Heller gesagt).
War wohl in diesem Fall kein “Kleiner Tod”.
Juli 10th, 2010 um 11:05
“la petite mort” – tragisch, aber zutreffend (man könnte sagen, sie hatte einen schönen Tod, auch wenn das makaber ist)
Juli 11th, 2010 um 12:19
@Flo: An den “kleinen Tod” hatte ich gar nicht so gedacht, aber der wird ja im Französischen als Beschreibung für den Orgasmus verwendet. Sprichwörtlich ist der dann leider auch eingetreten.
Eine sehr interessante Thematik mit der sich Philosophie und Forschung gleichermaßen intensiv befassen.
Grüße
Juli 23rd, 2010 um 12:32
Wobei ich schon von mehreren gehört habe, das dies deren bevorzugte Art zu sterben sei ^^
Wobei ich es mir aber auch nicht so angenehm vorstelle.