Längeres oder kürzeres Ende? BrandtMarke | ©Pixelio.de

Ja, ich weiß, was ihr denkt! Noch im selben Atemzug werde ich eine dieser „Auf die Größe kommt es an – oder doch nicht?!“ – Diskussionen beginnen und wieder nur all jene Fakten aufzählen, die die meisten sowieso schon zu kennen wissen. Ok, dann wechseln wir doch einfach einmal die Perspektive und wenden uns der Sicht der Frauen zu! Bekanntermaßen besitzt ja derjenige, pardon diejenige in diesem Fall, das höchste Maß an Objektivität, die das beste Stück des Mannes aus der Entfernung betrachten kann. Die Erkenntnis: Bei größter Objektivität wird auch der dickste und längste Penis nur verschwindend klein! Problem gelöst?!

Na ja, nicht wirklich! Immerhin spielt sich der Großteil zwischenmenschlichen Zusammenlebens ja auf engerem Raum ab und das schließt Erotik plus Sex selbstverständlich mit ein. Da der Mensch erwartungsgemäß oberflächlich betrachtet ein visuell-orientiertes Wesen ist, wundert man sich natürlich nicht, dass große und/ oder schöne Dinge zunächst ins Auge fallen und vielfach mit großem Respekt und Bewunderung wahrgenommen werden. Glücklicherweise gibt es ja noch so etwas wie einen Verstand, den man sehr zu seinem Vorteil nutzen kann. Da sollte Mann und auch Frau schnell zu der Erkenntnis gelangen, dass es auf die Größe nicht ankommt und sehr wohl noch andere Faktoren eine erhebliche Rolle spielen.

Ok, ihr kennt mich, jetzt kommt wieder die Affinität zum Extremen in mir durch. Darf ich vorstellen Mikro- und Makropenis – bei Ersterem erwarte ich fast schon allgemeines Gelächter beim alleinigem Lesen des Wortes. Nun gut, gelacht habe ich darüber auch, so wie über viele andere Dinge – vor allem über mich selbst. Die Männer, die das kleinere Präfix (eigentlich ja Suffix), besitzen, könnten nun vor Scham in den Boden versinken und ja nicht auf die Idee kommen, auch nur einen Gedanken an „Sex“ zu verschwenden. Klar und die mit dem längsten Ende sind die besten Stecher der Welt. Irgendwie kommt man aus diesem etikettierten Vergleichs- und Quantitätskomplexen nicht mehr heraus. Jeden Tag wird man von diesem Anhängsel begleitet und sagt sich: „Er könnte etwas größer sein!“ Natürlich musikalisch untermalt von einem tiefrollenden, männlichen „R“, wie man es so schön von Rammstein kennt. Dann bildet man sich auch noch ein, dass der Rest der Männerwelt viel besser bestückt ist und man das auch sein muss.

Männers, gelangt einfach zu der Erkenntnis, dass ihr wohl oder übel (fast) nichts daran ändern könnt und ihn (es, Hubertus, Nahkampfstachel, o.w.a.i.) akzeptiert und das Beste aus und mit ihm macht. Und denkt daran: Diejenigen, die [nackt] vor dem Spiegel stehen und über sich selbst lachen können, werden am ehesten ernst genommen!