Vor ein paar Tagen habe ich eine interessante Dokumentation gesehen, in der es grob gesagt um Konkurrenzfähigkeit des deutschen Bildungssystems ging, wie marode unsere Bildungseinrichtungen sind und warum es enorm wichtig ist, als hochtechnisierte Gesellschaft, so viel Geld wie möglich in die Forschung zu investieren. Denn ohne Fortschritt, keine gesellschaftliche, und im Kleinen betrachtet, keine individuelle Weiterentwicklung. In den USA stammen ca. 60 % der Top-Wissenschaftler an den dortigen Elite-Universitäten aus Deutschland.

Kein Wunder, denn die Finanzspritzen für die elitären Forschungszentren sind wesentlich höher als bei uns – auch wenn sie gemessen am BIP natürlich nicht mit 400 Mrd-Dollar Militärausgaben mithalten können. Der Anreiz für ausländische Fachkräfte, die lieber mit Top-Equipment arbeiten, als mit veralteten oder gar nicht vorhandenen Gerätschaften, ist also umso größer. Die Konsequenz daraus ist wohl für jeden naheliegend und gerade deshalb muss in der Praxis etwas geschehen. Das Stichwort ist Innovation oder „Wie finde ich eine Marktlücke?“!

Ganz groß im Trend sind derzeit die sogenannten 3D-Filme, zum Beispiel läuft aktuell Avatar – Aufbruch nach Pandora in 3D im Kino. Warum nicht auch im Adult Entertainment diese neue Filmtechnik einsetzen? In den USA hat sich der Pornostar Tommy Gunn mit Tommy Gunn’s Cummin’ At You 3D als POV-Porno als Erster an dieser Thematik versucht, ansonsten steckt das 3D-Prinzip in diesem Bereich noch in den Kinderschuhen.

Seit 2009 existiert das sogenannte Infitec-Verfahren (Interferenzfiltertechnologie) für digitale 3D-Kinoproduktionen, wobei die Bilder für das rechte und linke Auge mit den Grundfarben Rot, Grün und Blau in unterschiedlichen Wellenlänge projiziert werden. Mittels einer sogenannten Shudderbrille werden anschließend die passenden Wellenlängen-Kombinationen für jedes Auge gefiltert. Das Verfahren ist bereits seit 1999 bekannt und wer hat’s erfunden? Nein, nicht die Schweizer, sondern die DaimlerChrysler AG in ihren Forschunggebäuden in Ulm. Dolby verkauft dieses Produkt unter dem Namen Dolby 3D . Die Technologie ist also vorhanden, jetzt muss man nur noch etwas daraus machen.

Einer, der den ersten bedeutenden Grundstein legen könnte, ist der italienische Regisseur Tinto Brass, welcher u. a. durch den indizierten Historien-Film Caligula bekannt geworden ist. Brass plant noch im Mai mit der Produktion eines neuen heißen Streifens in Spielfilmlänge zu beginnen.

Die Zeit ist reif, 3D-Technologie für Erotikfilme zu verwenden.
(Tinto Brass)

Vielleicht kann er mit dem ersten italienischen 3D-Film Maßstäbe setzen, nachhallende alte Kritiken verstummen lassen und zum Eroberer des amerikanischen Pornoversiums werden.