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Literatur ist im Allgemein betrachtet eine recht seriöse Sparte der Kultur und die Geschmäcker gehen auch hier bekanntlich sehr weit auseinander. Erotik in der Literatur ist gerade hier in Deutschland noch immer verpöhnt und einzelne Exemplare wandern schnell in die hinteren Regale. Wie es da um pornografische Literatur steht, brauche ich wohl nicht weiter auszuführen. Zum Glück gibt es ja das Internet. Flott, unkompliziert und anonym den heißen Lesestoff bestellt!

Pornografie in der Gesellschaft

Pornografie ist auch in heutiger Zeit eine Thematik, die leider sehr stark marginalisiert und belächelt wird. Zumeist wird der Berufsstand des Pornodarstellers unterschätzt und ihm eine gewisse „Unmenschlichkeit“ oder Unnatürlichkeit zugeschrieben. „Die sind wie Tiere, die nur ihrem Trieb folgen, wenn man sich einmal all diese Filme anschaut.“ Da gibt es einige Leute, die so denken, ohne jetzt zu viel pauschalisieren zu wollen. Aber denken wir doch einmal an den hohen Beitrag, welchen diese Leute an die Gesellschaft leisten. Ok, Triebbefriedigung ist selbstverständlich nicht das selbe wie einem kranken Menschen das Leben zu retten, aber verbannen darf man diesen bedeutsamen Teil des Menschseins in keinem Fall. Die Libido gehört ebenso zu uns, wie der Drang nach Selbsterhaltung. Diese Grundfesten der menschlichen Existenz zu dementieren, wäre absurd.

Pornostars sind auch nur Menschen

Selbst wenn einige der in Pornos praktizierten Techniken, Stellungen oder Verhaltensweisen dem „Normalo“ ungewöhnlich, grausam, barbarisch oder wie auch immer dekadent erscheinen, fern vom „normalen“ menschlichen Verhalten, so sind auch die Darsteller nur Menschen. Der eine lebt seinen Trieb stärker aus, der andere weniger. Plus den Faktor Spass und multipliziert mit der eigenen sexuellen Erregung unter Kamera- oder Zuschauerbeobachtung.

Die Frage, welche immer wieder auftritt: Sind Pornostars überhaupt beziehungsfähig? Kann eine Beziehung zu anderen Menschen überhaupt funktionieren, selbst wenn dieser ebenfalls in diesem heiß umkämpften verruchten Business arbeitet? Zugegeben, es erfordert mit Sicherheit ein großes Maß an Toleranz des Partners. Menschen, die nicht zwischen Arbeit und Privatleben trennen können, werden es schwierig haben, einen Pornodarsteller als Partner zu akzeptieren. Im Hinterkopf wird immer dieser eine Gedanke verbleiben: „Eigentlich ist er/sie mir doch untreu, oder nicht?“

Ein interessanter Grenzfall, wenn man bedenkt, dass hier offensichtlich der andere Partner fremdgeht, was aber nicht aus einer Laune oder Unmut über die vielleicht gefährdete Beziehung geschieht. Aber es ist ja auch nicht so, dass man seinen Partner kennen lernt und er/sie erst nach einem Jahr beichtet, er sei ein Pornostar. Wenn man dann noch mögliches fehlgeleitetes menschliches Verhalten mit einrechnet, würde das Ganze für den Augenblick doch etwas subtil werden.

Pornostars und ihre Partner im Fokus

Die New Yorker Autoren Paulie und Pauline wollen all diesen Eventualitäten, Vorurteilen und die Verdrängung der Pornografie an den Rand der Gesellschaft ein Gesicht verleihen und klar die Betonung auf die Menschlichkeit von Pornostars und den Beziehungen zu ihren Partnern legen. Mehr als 100 Schwarzweiß- und Farbfotos, persönliche Essays über die Beziehungen der Darsteller, sowie ein Vorwort des Sex-perten Tristan Taorminao, werden in dem exklusiven Bildband „Off the Set: Porn Stars and their Partners“ vereint, welcher im April 2010 veröffentlicht wird.

Bereits jetzt steht das Portät-Werk erotischer Fotografie bei Amazon.com zur Vorbestellung zur Verfügung. Im Visus der Fotografen stehen ganz private Aufnahmen von namhaften Pornostars wie Jesse Jane, Tera Patrick, Seymore Butts, Mari Possa, Kylie Ireland, Buck Angel, Nicki Hunter und Lorelei Lee. Erstere ist übrigens auf dem sehr gelungenen Hardcover-Bild zu sehen, wo sie fliegend von ihrem Ehemann gehalten wird. Weitere Fotografien und Porträts werden ebenfalls im Museum of Sex in New York City oder im Kinsey Institute for Human Sexuality ausgestellt und können bestaunt werden.

Ein Teil des Verkaufspreise wird übrigens an die AIM (Adult Industry Medical Healthcare) Foundation, einer nicht-profitorientierten Gesellschaft, gespendet. Sie kümmert sich als Vorreiter um die Bedürfnisse der Pornostars und anderer im Adult Entertainment tätigen Menschen, indem sie u.a. regelmäßige HIV- und Geschlechtskrankheitstests veranlässt, entsprechende Behandlungen initiiert und Gruppen-Programme organisiert.

Ein Geheimtipp von uns an Euch!