Die Venus 2009 ist vorbei. Mister und Miss Venus 2009 sind gekürt. Von diesen und zahlreichen anderen Eindrücken konnten wir Euch zwar nur einen Bruchteil vermitteln, aber wir sind überzeugt, dass es alles in allem erfolgreich gewesen ist. Wer von Sex und Erotik noch nicht genug bekommen hat, sollte sich das verlängerte Wochenende vom 22.10. – 25.10.2009 frei halten. Hier findet das 4. PornFilmFestival und das 1. erophil – Erotikliteraturfestival statt.

Stumpfe Pornografie? Weit gefehlt. Bei beiden Festivals lautet das Motto: Von Frauen für Frauen. Die mehr als 100 Spiel-. Kurz- und Dokumentarfilme stammen in diesem Jahr zu mehr als 50 % aus der Hand weiblicher Regisseure, die mit ihren konventionellen, mal experimentellen oder einfach amüsanten Werken, die Sicht der Frau auf Sexualität und Lust im großen Kontext der Rollen- und Geschlechterbilder widerspiegeln wollen. Egal ob hetero-, homo-,transsexuell oder das Spiel mit Latex, Leder, SM und Masken – der Tranzparenz der Film-Motive sollen in diesem Jahr keine Grenzen gesetzt sein. Erstmals wird auch der sogenannte „Joy-Award“ durch die britische Filmemacherin Petra Joy an internationale Nachwuchs-Regisseurinnen im Bereich Erotik verliehen. Zudem wird der beste pornografische Kurzfilm gewählt. Ein besonderes Special in diesem Jahr ist PornUtopia. Eine Filmreihe, bei der es darum geht, Porn und Genrefilm, in diesem Jahr Science-Fic(k)tion, gedanklich miteinander zu verknüpfen und inhaltliche wie auch optische Schnittpunkte zu diskutieren. Wer sich gerne näher informieren lassen möchte, z.B. über Filmemachen für Frauen, richtige Prostata-Stimulation bei Männern oder über Spass im Bett (und überall sonst), wird in den Workshops auf professionelle Anleitung treffen.

„erophil ist als ein internationales Forum gedacht, bei dem sich Verlage und Autor/innen aber auch literarische Gesellschaften aus dem Genre der erotischen Literatur sich Kolleg/innen und interessierter Öffentlichkeit präsentieren und in einen fachlichen Austausch treten können.“ (Maurice Schuhmann)

Erotikliteratur ist in Deutschland noch weitesgehend verpöhnt, wenn man von Weltliteratur wie „Marquis de Sade“ einmal absieht, fristen die meisten Werke doch eher ein Dasein als Staubfänger. Gleichwohl ist die Anerkennung dieser Literatur-Sparte in Frankreich viel größer. Hier gilt es also noch, für Aufklärung in deutschen Bücherregalen zu sorgen. Schwerpunkt der zum allerersten Mal stattfindenden erophil, ist vielleicht auch gerade deswegen, die französisch-sprachige Literatur.
Ihr als Besucher habt auch hier viele Möglichkeiten mit Filmwissenschaftlern, RegisseurInnen und AutorInnen zu diskutieren. Am Freitag beginnt u.a. der Auftakt mit dem Film „Salò – Die 120 Tage von Sodom“, dessen Textgerüst der Feder eben jenem französischen Schriftsteller, dem Marquis de Sade, entstammt. Auf ihn geht auch der Begriff Sadismus zurück.


Erophil - Leselust aus Leidenschaft - Festival für erotische Literatur

Einfach zurücklehnen und entspannt zuhören. Auch das ist möglich. Unter anderem wird Phoebe Müller aus ihrem Erzählband „Die Beute“ lesen, Ingeborg Middendorf aus ihrem Roman „Der Mann, der nicht küsste.“ und auch die französische Slam-Poetrice (Slam Poetry bedeutet in etwa Dichterwettstreit) wird mit von der Partie sein. Frau, und Mann natürlich, dürfen auf interessante Tage in der Hauptstadt gespannt sein.

Auf der Homepage findet ihr außerdem detailliertere Infos zum geplanten Programm, Veranstaltungsorten und dem Kartenvorverkauf, der über das Moviemento Kino Berlin oder Cinetixx online abgewickelt wird.