Endlich mal ein Schritt in die richtige Richtung – Jungs und Mädels habt Spass miteinander, oder mit euch selbst, und es wird euch gut gehen. Überraschend? Wohl eher nicht. Denn, dass Selbstbefriedigung oder Sex im Allgemeinen gut sind und sich nicht nur positiv auf unseren Gemüts-, sondern auch Gesundheitszustand auswirken, ist ja bereits hinlänglich bekannt. An sich erfreulicher ist es ja dann, wenn man hört, dass die Botschaft auch offen weitergegeben wird an die Bevölkerung. So geschehen durch den Nationalen Gesundheitsdienst in Sheffield (NHS). Dieser brachte nämlich einen Gesundheitsführer namens „Vergnügen“ heraus, um auf die positiven Aspekte der schönsten Nebensache der Welt hinzuweisen und einen Schritt nach vorne in puncto Aufklärung zu gehen.

Darin fordern Experten nicht nur dazu auf fünf Portionen Obst und Gemüse zu sich zu nehmen, sondern auch 30 min körperlicher Anstrengung mindestens drei Mal pro Woche nach zu kommen – was spricht also gegen Sex oder Masturbation?! Unterstützt wurde die Campagne u.a. vom lokalen Direktor der HIV- und sexualwissenschaftlichen Klinik, Steve Slack. Das Magazin werde positiv dazu beitragen, dass Heranwachsende bei ihrer Jungfräulichkeit bleiben bis sie bereit sind, den nächsten Schritt zu tun, so Slack. Leider kommt seine Haltung, dass gut informierte junge Leute sexuelle Beziehungen ebenso wie Erwachsene ausüben dürfen, in der britischen Öffentlichkeit noch nicht so gut an.

Und da gibt es noch jemanden bzw. eine Organisation, die das so nicht ganz beführworten kann. Die AFA. Die spielt in einer ganz anderen Liga. Kein Wunder, ist ja auch eine amerikanische Organisation – um genau zu sein, die Amerikanische Familien-Organisation. Was hat die denn bitteschön damit zu tun? Rethorische Fragen über Fragen. Bekannt wurde diese Organisation vor allem durch ihre äußert christlich-kontroverse Haltung gegenüber moderner sexueller Orientierung. So gerieten unter anderem Mc Donalds, Hallmark und zuletzt PepsiCo in ihr Visier, weil diese Initiativen zur besseren Akzeptanz von Homosexualität im Berufsleben unterstützen und selbst teils durch Mitarbeiter-Training fördern.

Damit das ganze noch Pepp bekommt, darf dann jeder Symphatisant online dem Boykott zustimmen. Ja, was hat dass denn nun mit dem Aufklärungsvorstoß der britischen NHS zu tun? Richtig, auch hier wird wieder scharf geschossen und gegen die unnützen Methoden der britischen Regierung gegen Teenager-Schwangerschaften gewettert. Trotz aufklärerischer Maßnahmen, sei es dem Empire wohl nicht gelungen die Zahl der Schwangerschaften minderjähriger Frauen zu verringern, nein sie haben sich sogar verdoppelt. Das Programm der Gesundheitsbehörde, was übrigens 2.500 britische Pfund kosten soll, führte dazu, dass 16 % der Teilnehmerinnen schwanger wurden. Nur lächerliche 6 % aus anderen Programmen wurden im Laufe der nachfolgenden Zeit ein Braten in die Röhre geschoben. Klingt nicht gerade überzeugend. Das beste ist dann noch, dass sich die Briten wohl am New Yorker Vorläufermodell orientiert haben. Ironischerweise war auch dieses nicht erfolgreich. Da muss man dann zwangsläufig einfach vom Gegenteil überzeugt sein, oder nicht?