Vor kurzem hat sich wieder etwas getan in Richtung Legalisierung von Prostitution. Taiwan reiht sich als nächstes unter die Länder mit legalisierter Prostitution, nach 11 Jahren gesetzlichen Verbots, ein. In 6 Monaten wird der durch das Taiwanesische Kabinett vorangebrachte Beschluss wirksam und die „leichten“ Mädchen oder Männer bekommen selbigen gesetzlichen Schutz, wie ihre Kunden. Sun Jin-pin, Regierungssprecher meint dazu: „Noch ist der Kunde aus dem Schneider, die Prostituierten werden bestraft; das ist nicht fair.“ Laut der Interessengruppe für „Sex-Arbeiter“ und deren Unterstützer arbeiten schätzungsweise 600.000 Menschen in „Sex-Jobs“. Ein Großteil davon in der Hauptstadt Taipeh, wo sich seit Jahren die Untergrund-Prostitution in Bars und Nachtclubs zunehmend manifestiert hat.
Ein großes Problem stellt hier, wie auch in einigen osteuropäischen Ländern, die Zwangsprostitution und der Menschenhandel dar – ein Problem, dass im Prinzip nur durch die Dekriminalisierung und Legalisierung der Prostitution zu lösen ist. Im Prinzip, wie schon oben erwähnt, die gesetzliche Anerkennung und Einbindung der Prostitution als Dienstleitung. Damit sind bzw sollten die Betroffenen gesetzlich kranken, arbeitslosen und rentenversichert sein. Geschlechtskrankheiten oder anderes können somit auch besser erfasst und ärztlich versorgt werden. In nachfolgender Abbildung könnt ihr euch ein Bild machen, wie es um die Legalisierung des „horizontalen Gewerbes“ in den einzelnen Ländern steht. Interessant dabei zu sehen ist, dass Wohnungs- und Straßenprostitution von den meisten Ländern gedultet wird, das Führen von Bordellen hingegen nicht.

Deutschland Legal nach „Prostitutionsgesetz“; demnach Prostitution als Dienstleistung + gesetzliche Versicherung
Schweden Illegal; Verbot zum Schutz der Würde der Frau
Schweiz Legal; strafbar, wenn Einflussnahme auf „Tätigkeit“
Dänemark Legal; Ausübung nur als Nebenjob
Frankreich Illegal; nach Gesetz „Sarkozy“ mit 2 Mo. Gefängnis/3750 € bestraft
Griechenland Legal; staatl. Registrierung u. ärztliche Untersuchung
Luxemburg Illegal; Bordelle verboten, aber Straßen- u Wohnungsprostitution
Spanien Grundsätzlich legal; v.a. Straßenprostitution
Türkei Illegal; erlaubt in staatlichen Bordellen
Ungarn Legal in Zonen; aber Widerstand der Bürgermeister gegen Rotlichtviertel
UK Illegal; aber Prostitution in Wohnungen/ Häuser mit max. 3 Leuten erlaubt
Australien Legal; in New-South-Wales u. Victoria Errichtung von Bordellen erlaubt
Brasilien Legal; aber Bestrafung Dritter bei Bereicherung
Japan Illegal; aber Oral-, Anal- u. „Schenkelverkehr“ (Sumata)
Kanada Legal; siehe Dänemark
Neuseeland Legal; staatlich kontrollierte Bordelle
USA Illegal; nur in Rhode Island (keine Bordelle, Ansprechen in Öffentlichkeit) u. in 11/17 Countys in Nevada (30 lizenzierte Bordelle) erlaubt;
Islamische Länder Illegal; in Pakistan für Schiiten gestattet, nicht für Sunniten

Schon interessant, wie die einzelnen Länder mit dem „Problem“ der Prostitution umgehen, besonders Japan beschränkt seine Definition anscheinend sehr streng auf ausschließlich vaginalen Verkehr – vielleicht ein Ansatz, wo die sexuelle Preferenzen der Japaner liegen?! Unsere chinesischen Freunde, fällt mir gerade auf, habe ich gar nicht erwähnt. Aber auch da ist es illegal. Hier schreitet die Entwicklung wiederum im Untergrund fort. Dies äußert sich dann in einer zunehmenden Kommunikation via Handy und Internet, was man auch bei unseren französischen Nachbarn beobachtet. Kurios, wenn man bedenkt, dass bis zum Ende des 2. Weltkrieges Prostitution ein fester gesellschaftlich-kultureller Bestandteil war. Auch kurios, was viele vielleicht gar nicht (mehr) wissen, dass der schwedische Beauftragte für die Gleichstellung von Mann und Frau den Boykott der schwedischen Nationalmannschaft an der WM 2006 forderte. Warum? „Der deutsche Staat begehe durch die Legalisierung der Prostitution eine permanente Menschenrechtsverletzung an der Frau aus.“ (Quelle: Wikipedia)
Was hilft denn nun wirklich? Legalisierung? Totales Verbot und Bestrafung der Freier bzw. der Hintermänner? Vielleicht sollte man auch etwas globaler denken und fragen, wieso es überhaupt Zwangsprostitution und Menschenhandel gibt.