In bereits vorausgegangenen Artikeln haben wir ja schon das ein oder andere, doch interessante Sexualverhalten von Tieren kennenlernen dürfen. Und auch heute stellen wir euch eine weitere Art vor, die sich nicht nur durch ihre Schönheit und Einzigartigkeit auszeichnet, sondern auch durch ihr spezielles Liebesleben. Kein Wunder, dass sich die Weibchen der in Süd-Australien beheimaten Lake Eyre Dracheneidechse (Ctenophorus maculosus) so verhalten. Wer lässt sich denn auch schon gerne Besteigen und dann anschließend in den Nacken beißen. Gut, einige Exemplare der Spezies Homo sapiens haben vielleicht derartige Präferenzen, aber das sei nun einmal dahingestellt. Damit es auch ja keine Gegenwehr geben kann, umschlingen die Männchen ihr auserwähltes Weibchen zusätzlich noch mit ihrem Schwanz. Anschließend kann er dann wählen, welchen seiner zwei Penisse er gebraucht.
Ist das Weibchen allerdings schon einmal erfolgreich befruchtet worden, ist Schicht im Schacht. Jedes sich nähernde paarungsbereite Männchen wird mit vehementen Drohgebärden abgewehrt. Ist der Herr dennoch nicht einsichtig, werfen sich die Dracheneidechsen-Weibchen einfach auf den Rücken und zeigen ihren orange-leuchtenden Bauch. Das war es dann mit Sex. In dieser Stellung ist für das Männchen eine Paarung nahezu unmöglich. Die Ursachen hierfür fanden Evolutionsbiologen rund um Dr. Devi Stuart-Fox heraus. Bei anderen Eidechsenarten kommt es während der Paarungszeit zu einem Abfall der körpereigenen Hormonwerte an Progesteron (auch Gelbkörperhormon) und Testosteron. Ersteres wird vor allem während der Schwangerschaft in größeren Mengen produziert. Bei dieser Art ist es allerdings so, dass das Weibchen während dieser Zeit den hohen Testosteronwert aufrechterhalten, auch wenn sie nicht mehr empfänglich sind. Die Wissenschaftler vermuten darin auch das Hervorrufen der leuchtend-orangen Unterseite bei den Weibchen. Das sie dadurch ebenfalls auffälliger für Räuber seien, hat sich nicht bestätigt – das Risiko für „ungewollten“ Sex sei da wohl höher.