‚Sicherer Sex, mehr sexuelles Selbstbewusstsein – und ganz nebenbei mit dem PartnerIn eine lehrreiche, heiße Erfahrung machen.‘

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©The Center For Sex & Culture

Für all das steht die Bewegung rund um den „Masturbierathon“, besser gesagt dem „Zentrum für Sex und Kultur“ in der Mission Street, San Francisco. Am 4. Mai war es wieder so weit und es durfte jeder fleißig Hand anlegen. Damit ist die diesjährige Veranstaltung die neunte seit sich die Bewegung 1995 in Gang gesetzt hat. Die Initiative wurde damals von Good Vibrations eingeleitet, welche den „Nationalen Masturbiermonat“ erfanden, als Protest gegen die US-Regierung unter Clinton. Jene enthob die ehemalige Chirurgin Dr. Jocelyn Elders damals von ihren Ämter, da sie die Ansicht vertrat, Jugendlichen solle Masturbation als Safer-Sex nahegebracht werden. Kein Wunder im prüden Amerika?! Immerhin erfreut sich die öffentliche Selbstbefriedigung für den guten Zweck, wie hier in San Francisco in einem abgedunkelten „Masturbieratorium“, einer wachsenden Beliebtheit.
Erstmals fand das Event „Masturbate-a-thon“ 1998 statt.
Besuchern war es sogar ausdrücklich erlaubt, Photos von den Teilnehmern in eindeutigen Posen mit zu nehmen. Geradezu empörend doch, wenn man die Lächerlichkeit bedenkt, dass es per Gesetz verboten ist, Bilder von Masturbierenden zu veröffentlichen – außer sie haben es schon getan. Wundern tut sich hierbei sich nicht nur einer der Organisatoren über die offensichtliche Grauzone zwischen Masturbation als „Bildung“ oder als Porno. Einzigartig war dieses Mal mit Sicherheit auch ein Typ, der ständig Bilder machte, aber von sich keins machen lassen wollte. Er wollte auf keinen Fall in die „SF Weekly“, der San Francisco Wochenzeitung, da „die hier anwesenden den Geist der Stadt mit ihrem scharfen Schauspiel ruinieren würden.“ Der Ständer in seiner Hose schien allerdings anderer Meinung zu sein.
Damit nicht genug. Unter anderem wurde der alte Dauer-Masturbier-Rekord von Masanoba Sato, von ihm selbst, um 25 Minuten auf 9h 58 min verbessert! Hut ab für das Stehvermögen. Das Geheimnis seines Erfolges gab er in einem Email-Interview bekannt. Nicht nur seine große Fantasie und das harte Ausdauertraining in Japan, sondern auch die Anwendung von mindestens 10 verschiedenen TENGA-Produkten haben ihm zum Erfolg verholfen. Auch, wenn er am nächsten Tag fast nicht aufstehen konnte und wohl nicht an den Masturbier-Weltmeisterschaften in Kopenhagen teilnehmen wird, die Mühe war es wert. Und was denkt seine Familie über seinen „Erfolg“? „Sie wissen Bescheid und sind stolz auf mich“, meint Sato, der sich sehr über die Offenheit und Toleranz seiner Liebsten freut. Eher unüblich im rigiden Japan.