Es ist Abend – dunkel. Niemand da. Nur der Fernseher brummt leise
und ein verdächtiges wimmerndes Stöhnen kommt aus ihm.
Unscharfe Bilder aus der Ferne kaum erkennbar. Kein Wunder, zu viel
Handbetrieb macht (vielleicht) blind oder zumindest sehschwach. Gut,
dass er eine Brille auf hat. Denn gleich kommt seine Frau. Schnell noch
geschneuzt und bloß das Taschentuch nicht liegen lassen. Licht an und
Hose hoch.
Der britischen Innenministern Jacqui Smith ist wohl auch ein wenig
warm um die Ohren geworden, als man Licht ins Dunkel ihrer Spesen-
abrechnung gebracht hat. Angeblich soll sie versehentlich neben der
Erstattung ihrer Fernseh-Gebühren, den Hollywoodblockbuster
„Ocean’s Thirteen“ und zwei Porno-Filme auf die Liste gesetzt haben.
Ja, klar, wahrscheinlich hatte sie ihre Brille verlegt.
Ihr Ehemann hat sich die zwei Schmuddelfilme dann – alleine – im
gemeinsamen Privathaus im vergangen April, zu Gemüte geführt.
Selbstverständlich hat sie sich sofort an die zuständige Behörde
gewandt, um dass Missgeschick zu klären und versichert, dass sie
für die pikante Betriebsausgabe zahlen werde.
Im November letzten Jahres setzte sie sich unter anderem für einen
Gesetzesentwurf zur schärferen Kontrolle von Prostitution ein.
Potenzial zur Anregung einer Spesendiskussion in der
konstitutionellen Monarchie hat die Geschichte allemal und wird
sicher auch den ein oder anderen Experten auf den Plan rufen, um
die Liste der möglichen Kostenabzüge mal genauer unter die Lupe
zu nehmen.