Wie einige von euch sicher schon mitbekommen habt, besteht
dieser Blog nun schon gut zwei Monate. Was wir nicht alles erlebt
und gesehen haben. Krisen der Erotik-Industrie, busengrabschende
Radiomoderatoren oder Jubiläums-Dildos. Aus mehr oder weniger
gegebenen Anlass wollen wir im Folgenden uns auf neues Feld wagen.
Tiere. Nein, sicher nicht so, wie ihr es im Moment gerade denkt. Wir
wollen doch sehr gerne niveauvoll bleiben. Bevor hier zu viel Selbst-
kritik aufkommt und ich es mir doch noch überlege einen kleine
erotische Kurzgeschichte zu verfassen, möchte ich lieber über, ja
schon kuriose Erscheinung in der Welt der Vögel berichten.

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Kleider machen Leute, eine „menschliche Komödie“ Gottfried Kellers –
für unseren (ehemaligen) begeisterten Zuhörer im Deutschunterricht.
Oder vielleicht sollte es eher heißen Kleider, in diesem Fall das Feder-
kleid der schönen Buntfinken, entscheidet darüber, ob nun mehr
männliche Junge ausgebrütet werden, wenn ihr Partner optisch nicht
ganz ihren Ansprüchen genügt. Denn nach neuesten biologischen
Studien können die Weibchen daran erkennen, ob ein potenzieller
Geschlechtspartner vorliegt oder nicht. Die Australische Biologin
Sarah Pryke von der Macquarie Uni in Sydney hat nämlich heraus-
gefunden, dass bei der Paarung von ungleichfarbigen Finken-Paaren
70% der Jungen männlich sind, da diese eher überleben als die
Weibchen. Sind sie gleichfarbig gibt es nahezu gleich viele Weibchen
und Männchen. Das Ganze konnte auch in einer Scharade bewiesen
werden, wobei die Forschen rote Männchen schwarz einfärbten und
die schwarzenVogeldamen tatsächlich ausgetrickst werden konnten:
Die Nachkommenzahl war gleich aufgeteilt.
Wie die Weibchen, ob nun durch Hormone oder durch eine andere
biologische Steuerfunktion, unterbewusst diese Geschlechterwahl
bestimmen, ist noch Gegenstand aktueller Forschung.
Interessant, was doch die Natur für Wege findet, um den
Fortbestand einer Art zu sichern. „Selektiver Farb-Rassismus“ bei
Vögeln, klingt gewagt, erfüllt aber seinen besonderen Zweck und
hat bestimmt nichts mit vorurteilsbelasteten Vogelweibchen zu tun.
Auf die Welt der Menschen ist dieses Prinzip sicher nicht übertrag-
bar, auch wenn wir unseren Partner vordergründig nach dem äußeren
Erscheinungsbild auswählen.