abgelehnt
Ist man als Erotik-Darsteller, -Anbieter oder Verkäufer in dieser Branche
beruflich vorbelastet, wenn man z.B. einen Job im öffentlichen Dienst
antreten möchte? Ein Problem für den neuen Arbeitgeber oder sollte
er Toleranz zeigen?! Hierbei kommt es sicher auf den individuellen
Sachverhalt an und was der Chef oder Ausbilder für Ansprüche an den
Bewerber stellt. Worum geht es hier eigentlich?
In Stuttgart wurde vor kurzem einer nebenberuflichen Erotik-Tänzerin
die Ausbildung zur Polizistin durch das hiesige Gericht untersagt. Grund:
die „charakterliche Uneignung“ der Bewerberin. Ein weiterer schwammiger
Begriff aus dem Beamtendeutsch. Man weiß also nicht wirklich mit dem
vorberuflichen Verhältnis der Frau umzugehen. Dazu muss aber gesagt
werden, dass sie sich selbst in einem Forum als Polizeimeisteranwärterin
betitelt hat und in z.T. lasziv erotischen Tanzposen auf Fotos zu sehen
sein soll – nach ihrer Angabe alles inzwischen gelöscht.
Grund zum Ärgern wird sie sicher genug haben, da man ihr vorwirft den
Beamtentitel zur persönlichen Bereicherung zu verwenden und im
Besonderen natürlich darüber, dass sie den Job jetzt vergessen kann.
Eigentlich eine Schweinerei! Es ist doch ihre Sache, sich zu betiteln, egal
ob da eine schweinische oder eine spezielle Berufsbezeichnung gestanden
hätte, oder nicht?! Vielleicht hätte sie sich Google-Girl nennen sollen.
Bevor wir zu sehr in die Polemik abrutschen; die deutsche Justiz hat doch
sicher besseres zu tun, als einer jungen ambitionierten Frau ihre berufliche
Zukunft zu vermiesen, gerade in Zeiten, wo eine Ausbildungsstelle nicht
selbstverständlich ist. Sie dann noch wegen des Verdachts auf Missbrauchs
von Dienstbezeichnungen anzuschuldigen, ist wohl eindeutig übertrieben.