Als würde es in Australien nicht schon genug heiß hergehen, trafen sich
am vergangenen Sonntag circa 30 Männer und Frauen in der schönen
australischen Hauptstadt Canberra zum dort erstmalig stattfindenden
Nacktradeln gegen globale Umweltverschmutzung und für ein positives
Körperbewusstsein.
Frei nach dem Motto: „Bare as you dare!“ („So nackt, wie man es wünscht!“)
ging die fröhliche Radtour in Glebepark in Civic los und endete im
Commenwealth Park. Neben heißen Tartaren-Höschen und mutiger
Badebekleidung à la Borat, zeigten vor allem die Frauen viel Stil mit extra-
vagantem Body-Painting. Keine Festnahmen, keine öffentliche Beschwerden
– anscheinend eine durchweg positive Resonanz bei den Canberranern,
entgegen der Erwartung einer der Organisatoren, Pip Gibson:

„Alle waren einfach happy und lächelten.“

Wer Interesse hat, einfach unten den Flyer anklicken, um den genaueren
Report (Englisch) nach zu lesen und um weitere Infos über
WNBR-Veranstaltungen erfahren! Was steckt nun eigentlich hinter dieser
„Flower-Power“-Veranstaltung und wofür tritt sie ein?

Einfach in 4 Worten ausgedrückt:
Naturismus, Umweltbewusstsein, Pazifismus und Radlertum

Also nur Rad fahrende Hippies in einem weiteren verzweifelten Kampf gegen
Lobbiesten der Öl- und Technologie-Industrie?! Es wird wohl kaum einem
Politiker, wenn überhaupt, vor Ort, aufgefallen sein. Ein Bewusstsein für sich
selbst zu schaffen und die präkere Lage des Ökosystems „Erde“ für sich selbst
zu erkennen, steht da schon eher im Vordergrund – also zunächst den kleinen
Mann zu erreichen, um dann vielleicht politischen Einfluss in der herrschenden
„demokratischen Ordnung“ zu nehmen. Eher belächelt und nicht ernst
genommen?!

Die World-Nude-Bikeride-Bewegung gibt dazu folgendes Statement:

„Wir treten dem Automobilverkehr mit unserer Nackheit gegenüber, um
am besten unsere Würde verteidigen zu können. Um damit offen die
einzelnen Gefahren und all die negativen Effekte von Öl, Autos, Krieg,
Konsumverhalten und nicht erneuerbaren Energien zur Schau zu stellen.“

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WNBR

Eine erfrischende und friedliche Art und Weise gegen den globalen
Umwelt-Terror zu protestieren und ganz nebenbei den eigenen
Freikörperkult zu leben. Keine drastischen und z.T. gefährlich verlaufenden,
vielleicht notwendigen Aktionen, wie bei Greenpeace – vom Sturzpotential
mal abgesehen.
Ob diese Bewegung wirklich eine Änderung im ökologisch-wirtschaftlichen
Bewusstsein der Menschen hervorrufen wird, ebenso wie in der Politik und
bei den Wirtschaftsbossen, ist fraglich – denn dazu sind sicher weitaus größere
Bewegungen in der Welt nötig.
Van Gogh formulierte es ganz treffend:

„Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren?“